DFB: Wolfgang Niersbach skeptisch wegen EM 2024

Hinsichtlich einer deutschen Bewerbung für die Fußball-EM 2024 ist DFB-Präsident Wolfgang Niersbach skeptisch. In der Sport Bild erklärte der ehemalige Journalist, dass eigentlich erst einmal Spanien und Italien vor Deutschlands an der Reihe seien. Dies sagte Niersbach allerdings unabhängig von der Finalspiele-Vergabe für das erste paneuropäische Turnier 2020.

Niersbach: „Wenn man den historischen Ablauf sieht, wären die Italiener vor uns dran, falls sie sich bewerben sollten. Dort hat schließlich zuletzt 1980 eine EM stattgefunden, bei uns acht Jahre später. Die Italiener könnten eine EM 2024 auch sinnvoll nutzen, um die veralteten Stadien der WM 1990 wieder herzurichten. Bei den Spaniern sieht ist so aus, dass dort letztmalig 1964 eine EM ausgerichtet worden ist. Man muss jetzt einmal abwarten, wie das Bewerbungsverfahren läuft.

Niersbach sieht ferner die Aufstockung der EM-Endrunde von 16 auf 24 Nationen kritisch: „Ich habe vor der Erweiterung auf 24 Mannschaften schon lange gewarnt. Viele Verbände sehen inzwischen auch ein, das es besser gewesen wäre, es bei 16 Nationen zu belassen. Auch die kleineren Fußball-Länder denken mittlerweile so. Die Qualifikation verliert schließlich an Reiz, der Modus ist nicht mehr so gut, dennoch wurde auf demokratischem Weg mit einer Mehrheit so eine Entscheidung getroffen, und dieser müssen wir eben Respekt zollen.“

Niersbach erteilte zudem dem neuen IOC-Präsidenten Thomas Bach eine Absage hinsichtlich der Teilnahme von Fußball-A-Teams bei Olympischen Spielen. „Das ist von der Organisation her überhaupt nicht möglich, außerdem würden die anderen Sportarten überhaupt keine Luft mehr zum Atmen haben. Aus meiner Sicht ist es auch dem internationalen Spielkalender nicht zuzumuten, dass die Olympiade zu einer zweiten Fußball-WM mutiert. Außerdem verfügt der Fußball über solch eine enorme Strahlkraft, dass die anderen Sportarten auch bei Olympia im Schatten von König Fußball stehen würden. Und diese Sportarten beklagen sich oft darüber, dass sie nicht im Mittelpunkt des Interesses sind. Man stelle sich vor wenn bei Olympia Stars wie Neymar, Lahm, Rooney oder Messi aufliefen…?!“

Bach hat sich schon öfter für die Teilnahme von A-Nationalmannschaften bei Olympischen Spielen ausgesprochen, bislang nehmen dort die U21-Teams teil, die sich über deren Kontinentalwettbewerbe qualifizieren müssen. Aufgestockt werden dann viele Jugendteams mit maximal drei älteren Akteuren.

 

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