Nationalmannschaft: Sami Khedira schaut optimistisch nach vorne

Nach der erfolgreichen Operation in Augsburg schaut Nationalspieler Sami Khedira wieder optimistisch nach vorne. „Alles ist gut verlaufen, ich fühle mich gut und brauche jetzt einfach Geduld“, so der Star von Real Madrid gegenüber dem Fernsehsender SWR. „Aber alles ist gut!“

Durch die schwere Verletzung, die sich der 26-jährige beim Testkick in Mailand gegen Italien zugezogen hatte, gerät die WM-Teilnahme 2014 in Brasilien natürlich in Gefahr. Raymond Best, Mannschaftsarzt des VfB Stuttgart, kennt den Körper von Khedira bestens und verrät in der „Stuttgarter Zeitung“: „Ich habe ihn durch viele Verletzungen mit durchgeführt und weiß, dass er ein extrem guter Geneser ist. Er ist immer sehr besonnen damit umgegangen und hat sich hochprofessionell an die Reha gemacht. Deshalb hat er beste Voraussetzungen.“

Der Teamdoc des VfB gibt allerdings auch zu bedenken, dass der Heilungsprozess ein sehr langer Weg sei. „Das halbe Jahr, dass man veranschlagt, bedeutet nicht, dass er bis dahin topfit ist und schon wieder wochenlang mit der Mannschaft trainiert hat. Sondern nur, dass er sich – im Idealfall – keine Gedanken mehr um sein Knie machen muss und erstmals wieder wettkampforientiert Fußball spielen kann. Dann fehlt ihm aber immer noch ein halbes Jahr Spielpraxis, das muss man mit hinzurechnen.

Bundestrainer Joachim Löw erklärte: „Es war für uns natürlich auch ein riesiger Genickschlag. Wir waren alle total niedergeschlagen, weil Sami für uns ja auch ein wichtiger Spieler ist. Er ist eine große Persönlichkeit, in dem Moment waren wir alle sehr enttäuscht! Wir müssen jetzt mal abwarten wie der Heilungsprozess verläuft, Sami ist ja grundsätzlich ein positiv eingestellter Mensch, dass es aber nicht einfach wird, ist auch klar.“

Eine seriöse Prognose, wie lange Khedira ausfallen wird, ist kaum möglich. „Es kommt natürlich immer auf den Heilungsverlauf an“, so Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff. „Sami war schon in der Nacht im Hospital wieder fokussiert auf die Zeit nach der Operation und hat nach vorne geschaut. Ich bin davon überzeugt, dass er alles tun wird, um so schnell wie möglich wieder fit zu werden.“

Bierhoff begleite Khedira auf dem schweren Gang zu der niederschmetternden Diagnose Riss des vorderen Kreuzbandes plus Innenbandriss im rechten Knie zugezogen. „Ich war die ganze Zeit mit im Krankenhaus. Er war sehr gefasst, sehr ruhig. Er war nicht einmal geschockt, würde ich sagen. Er hat der Wahrheit ins Auge geblickt und schon nach vorne geschaut. Er hat schon sehr schnell darüber nachgedacht, was er am besten tun kann, um schnell wieder gesund zu werden.“

Der Mittelfeldspieler war am Samstag in der Hessingpark-Clinic in Augsburg von Dr. Ulrich Boenisch operiert. Im Operationssaal hatte sich das „Who is Who“ der Sportärzte versammelt. Aus Mailand eigens eingeflogen war der „ewige“ Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, aus der spanischen Kapitale kamen sogar Madrids Mannschaftsmediziner Francisco Moralte und Jesús Olmo angereist, um Boenisch während des erfolgreichen Eingriffs aufs Skalpell zu schauen.

Bereits 2005 und 2009 hatte sich Khedira bei Dr. Boenisch in der Fuggerstadt am Außenmeniskus operieren lassen. Genesungswünsche gab es schon reichlich, unter anderem von Cristiano Ronaldo, seinem Teamkameraden aus Madrid: „Ich wünsche dir gute Besserung! Du bist ein Kämpfer, wir warten auf deine Rückkehr. Die Weltmeisterschaft wartet auf dich“, so der Portugiese via Facebook. BVB-Nationalmannschaftskollege Marcel Schmelzer twitterte: „Gute Besserung, Sami!“ Und Lukas Podolski, ebenfalls über Facebook: „Gegen Italien verfolgt uns das Pech. Ich fühle mit Sami, hoffe, dass er bald wieder zurückkommt!“

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