Borussia Dortmund beantragt Verlegung des Revierderbys

Borussia Dortmund hat bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) aus Sicherheitsgründen einen Antrag auf Vorverlegung des Revierderbys gegen den FC Schalke 04 gestellt. Ursprünglich soll der Klassiker am 25. März um 20 Uhr stattfinden.

DFL-Präsident Reinhard Rauball begrüßt Franz Beckenbauer (Foto: DFL/Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

DFL-Präsident Reinhard Rauball (rechts) begrüßt Franz Beckenbauer (Foto: DFL/Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

Der Fußball-Bundesligist erklärte heute, dass die Zugangsphase zum Stadion bei Tageslicht durchgeführt werden solle. Anstoß ist am Dienstagabend eigentlich um 20 Uhr, jetzt soll die Partie auf 18 Uhr vorverlegt werden.

Als Konsequenz aus den letzten Ausschreitungen wollen die Dortmunder für dieses Spiel auch die Gesamtzuschauerkapazität nach unten schrauben. Im Gespräch ist ein Puffer im Signal Iduna Park zwischen den rivalisierenden Anhängergruppen.

Außerdem präferieren die Dortmunder einen Ausschluss der Gästefans bei den nächsten Bundesligaspielen der Ruhrrivalen. Entgegen ursprünglicher Argumentation wollen die Club-Bosse der Knappen hingegen am 25. März im Dortmunder Stadion ein Spiel auf Bewährung für die Fans.

Das löste bei BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und der Polizei nur ein verständnisloses Kopfschütteln aus: „Schalke sollte sich darüber bewusst sein, dass sie jetzt eine hohe Verantwortung haben“, so Watzke.

Der BVB-Boss ergänzte in der Bild-Zeitung: „Wir alle wollten eine gemeinsame Lösung, jetzt ist die Lösung, dass wir keine haben. Zusammen mit den Sicherheitsbehörden wollten wir ein Zeichen gegen Gewalt setzen.“ Dortmund fordert einen Ausschluss der Gästeanhänger auf absehbare Zeit, sieht dies als optimale Maßnahme an.

Im Oktober haben beim Derby auf Schalke Dortmunder Fans schwer randaliert, außerdem gab es am letzten Samstag in Köln vor dem Testspiel der Königsblauen eine Massenkeilerei. Auch der Leitender Direktor der Dortmunder Polizei, Dieter Keil, meldete sich in der Bild-Zeitung enttäuscht zu Wort: „Wir bedauern sehr, dass es nicht zum geplanten Gästeausschluss kommt. Wir hätten uns nach den schlimmen Vorfällen ein starkes Signal gewünscht.“

Zunächst plädierten auch die S04-Bosse für einen Ausschluss der Gästezuschauer, machten dann allerdings die Rolle rückwärts. Ein Argument war schließlich, dass in zwei Monaten schon die nächste Partie zwischen beiden Teams stattfindet und die Schalker Zuschauer sofort betroffen wären.

In der WAZ konstatierte Schalkes Finanzvorstand Peter Peters, dass die Fans es nun selbst in der Hand hätten. „Wir sehen das anstehende Spiel als letzte Chance für die überwiegende Mehrheit der friedlichen Fans beider Vereine, ein Zeichen gegen die Gewalttäter zu setzen“, parliert Peters. „Außerdem strahlt das Derby eine einzigartige Atmosphäre aus, die wir erhalten wollen.“ Johannes Schäfer, Polizeisprecher von Gelsenkirchen, weiß, dass ein Ausschluss der Fans die Arbeit im Stadion erleichtert hätte, man wisse allerdings nicht, was dann vor dem Stadion passiere.

Fast schon resignierend die Frage von Reinhard Rauball, in Personalunion Präsident des BVB als auch der DFL: „Was können die Vereine dagegen tun, wenn die sich freizeitmäßig verabreden? Leider fällt das zumeist auf den Fußball zurück. Der Geschäftsführer der DFL, Andreas Rettig, ergänzt: „In Zukunft müssen wir eine Antwort auf die Frage finden, wie wir die wichtigen und guten Zuschauer von den anderen trennen.“

DFL-Boss Christian Seifert hingegen lässt alle Überlegungen als Diskussionsgrundlage zu, die dazu geeignet seien, die Sicherheit in Stadien zu erhöhen. Bei Sky sagte Seifert, dass die Vereine ihre Fans am besten kennen, „deshalb ist auch ein solcher Schritt eine Möglichkeit.“

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