Vom Weltfußballer zum politischen Star

Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete jetzt über George Weah, der es als Slumkind vom Weltfußballer zu Liberias neuem politischen Star geschafft hat.

George Weah: Aus den Slums zum politischen Star (Foto: Dieter Schütz  / pixelio.de)

George Weah: Aus den Slums zum politischen Star (Foto: Dieter Schütz / pixelio.de)

 

Mit Fug und Recht kann George Weah behaupten, dass die Bedingungen der Senatswahl hart gewesen sind. Denn in Liberia fand dieses Voting nicht nur unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen statt, in der Warteschlange mussten die Wähler zudem immer 1 m Abstand halten, durften nur selbst mitgebrachte Stifte benutzen und mussten ihre Hände in Chlorlösung waschen.

Liberia gehört immer noch zu den Ländern, wo die Ebola-Ansteckungsgefahr sehr hoch ist. Tabu waren zuvor auch Wahlkampfauftritte mit Hände schütteln und Bad in der Menge. Deshalb war Weah eigentlich sehr pessimistisch, was die Wahl anging. Er befürchtete, dass ihm das Ebola-Virus bei seinem Kampf das politische Establishment aufzumischen, einen Strich durch die Rechnung machen würde.

Somit war das Resultat überraschend, da Weah seinen Widersacher Robert Sirleaf klar besiegte, immerhin der Sohn von Liberias Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf. Im Bezirk Montserrado, zu dem auch die Hauptstadt Monrovia gehört, erreichte Weah satte 78 %. Das Ergebnis unterstreicht auch, dass die Regierung von Ellen Johnson viel an Vertrauen verloren hat. Einst war sie als afrikanische Hoffnungsträgerin weltweit gefeiert worden. Der Zuspruch zeigt auch nach unten, weil sie mit der Ebola-Katastrophe eher stümperhaft umgegangen ist.

Die Regierung ließ beispielsweise ein Elendsviertel der Kapitale absperren, um sich gegen eine Ausbreitung des Virus zu wappnen, so wurde ein Aufstand unter den Bewohnern ausgelöst, diese hatten plötzlich Angst um ihr Leben. Für Weah war dies ein Wahlkampfpräsent, er hatte in den Slums von Monrovia sowieso schon viele Fans.

Er kommt selbst aus dem armen Stadtteil Clara Town und startete von dort seinen Siegeszug als Fußballer. Das Kicken lernte er auf den matschigen bzw. staubigen Straßen (je nach Jahreszeit) des Elendsviertels und war schon als kleiner Junge in den Ball verliebt. Seine Karriere absolvierte er nach dem Startschuss bei den Young Survivors Clara Town in Kamerun, später in Europa beim AC Mailand, bei Paris St. Germain und beim AS Monaco.

Er wurde zum besten Stürmer des Globus und 1995 von der FIFA zum Weltfußballer des Jahres gekürt. Immer wieder nutzte Weah seinen prominenten Status, um auf die Bürgerkriegsgräuel seiner Heimat hinzuweisen. Sein Engagement für das UN-Kinderhilfswerk UNICEF sind ebenso populär wie die Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2005.

Schon damals hätten sich die Liberianer nach einem Präsidenten gesehnt, der sich für die Entwicklung des Landes einsetzt, der die Menschenrechte achtet und das Vertrauen des liberianischen Volkes und der internationalen Staatengemeinschaft genießt. Doch diese Attribute trafen damals auch auf Ellen Johnson zu, sie stach Weah aus, der auch 2011 mit seiner Kandidatur als Vizepräsident scheiterte. Jetzt ist er triumphal in den Senat eingezogen, ein positives Signal für die Präsidentenwahl 2017?!

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