Weltmeister mit Zicken-Krieg auf Twitter

Der Wechsel von Lukas Podolski von Arsenal London zu Inter Mailand ist ein paar Tage alt. Vor der offiziellen Bekanntgabe beteuerte Prinz Poldi beim Internetdienst Twitter noch einmal seine ewige Liebe zu dem englischen Traditionsklub.

Poldi posiert mit Inter-Trainer Roberto Mancini (Foto: Twitter)

Poldi posiert mit Inter-Trainer Roberto Mancini (Foto: Twitter)

 

 

 

 

 

 

 

Kurz darauf posierte er mit einem blau-weißen Schal der Nerazzuri vor hunderten Inter-Anhängern auf dem Mailänder Airport Malpensa, beschwor dort seine Zuneigung zu seinem neuen Pizza-Geber.

Bei seiner ersten Partie gegen Juventus Turin wurde Podolski in der 54. Minute eingewechselt, gab ein ordentliches Debüt. Zuvor konzentrierte sich der Weltmeister allerdings weniger aufs Kicken, sondern aufs Twittern. Podolski seit Monaten außer Form und bei Arsenal nur noch Bankdrücker, beschäftige sich zu viel mit den sozialen Medien, so Weltmeisterkollege von 1990 Lothar Matthäus. Via Sky erklärte der 53-jährige: „Lukas muss sich wieder mehr auf den Fußball konzentrieren, er twittert mehr als er spielt.“

Die Retourkutsche der kölschen Frohnatur ließ nicht lange auf sich war. Zornig zwitscherte Poldi: „Ich finde es schon sehr amüsant, dass ausgerechnet Matthäus mir Tipps gibt, wie ich mich verhalten soll.“ Als Hashtag fügte der 29-jährige noch „#Erfolgscoach“ und „#Greenkeeper“ an seine Nachricht für Matthäus an.

Das soll daran erinnern, dass Bayerns Ex-Manager Uli Hoeneß vor zwölf Jahren beim TV-Stammtisch „Doppelpass“ über Matthäus lästerte, dass der beim FC Bayern was werden wolle, aber „solange ich und Kalle Rummenigge etwas zu sagen haben, wird der nicht mal Greenkeeper im neuen Stadion.“ Und „#Erfolgscoach“ bezieht sich auf die bislang eher dürftige Trainerkarriere von Matthäus, die schon sechs Stationen beinhaltete. Seit 2011 ist Matthäus ohne Trainerjob. Damals gelang es ihm, das Nationalteam Bulgariens auf den letzten Platz der EM-Qualifikation zu führen.

Poldis Tweet

Poldis Tweet

Es Fehlte eigentlich nur noch ein Hashtag bezüglich Matthäus‘ Tätigkeit vor dem Standesamt, denn der Loddar ist bereits zum fünften Mal verheiratet, seine Partnerinnen werden immer jünger und zählen schon lange weniger Lenze als die beiden ersten seiner vier Kinder (wie Loris von Lolita). Doch wenigstens fügte Poldi noch ein per Pfeil durchschossenes Herz und eine Braut als Smiley an.

Ist den Mailänder Fans wurscht – sie bauen auf Podolski und hoffen auf eine erfolgreiche Renaissance der goldenen 1980er/90er Jahre als die Weltmeister Andreas Brehme (mittlerweile insolvent), Jürgen Klinsmann und eben Matthäus für die schwarz-blauen kickten. Die Gazette „La Repubblica“ begrüßte Podolski überschwänglich: „Es herrscht reger Enthusiasmus unter den Fans, die vom deutschen Ausnahmekönner die Qualifikation für die Champions League erwarten.“

Nach der passablen Poldi-Premiere im Inter-Trikot nimmt Matthäus jetzt etwas den Fuß vom Gas und erklärte gegenüber „Sport Bild plus“, dass Podolski das neue Gesicht von Inter werden könnte. „Ein richtiger Anführer auf dem Platz ist Lukas aber sicherlich nicht. Dennoch muss er mehr Verantwortung übernehmen. Das hat er in meinen Augen nur beim 1. FC Köln geschafft, als er dauerhaft überzeugende Leistungen abgeliefert hat. Aber das war in der zweiten Bundesliga. Beim FC Bayern und zuletzt beim FC Arsenal war er schnell nur Mitläufer.“

Findet auch Bundestrainer Joachim Löw, der Podolski ins Gebetbuch schrieb, dass der Stürmer viele Wettkämpfe brauche. „Dann kann er seine Qualität zeigen. Seit einem halben Jahr ist dies aber nicht der Fall. Das merken wir natürlich.“

Matthäus: „Lukas muss sich jetzt über einen längeren Zeitraum beweisen. Dann wird er auch wieder interessanter für die Nationalmannschaft, auch wenn er beim Bundestrainer weiter hoch im Kurs steht.“

Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann hingegen ist immer noch begeistert von seinem ehemaligen Schützling „Er macht aus wenigen Chancen sein Tor, ist abgebrüht, liest ein Spiel voraus und kann sich dort schnell akklimatisieren“, so der Nationalcoach der USA in der „Bild“-Zeitung. Klinsmann kickte zwischen 1980 und 1992 bei Inter Mailand. Mittlerweile ist der Traditionsklub nur noch Mittelmaß in der Serie A. Klinsmanns Hoffnung: „Inter muss so schnell wie möglich nach oben, um sich nächstes Jahr für Europa zu qualifizieren. Ich denke, Poldi kann ihnen dabei helfen!“

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