Katar: Zahir Belounis endlich frei!

Kaum hatte Fußball-Blog.de über die unmöglichen Zustände auf den WM-Baustellen in Brasilien und Katar sowie die Kafala-Politik des Wüstenstaates berichtet und online gestellt bekam der französische Fußballprofi endlich sein Ausreisevisum und die Tickets für Flug 037 der Qatar Airways nach Paris. Dort landete er gestern Abend kurz nach 19 Uhr mit seiner Frau und seinen beiden kleinen Kindern wohlbehalten und wurde von seiner Familie und Fans begrüßt.

Seit 2012 litt Belounis unter dem Kafala-System, das im Emirat vorherrscht und das Schicksal ausländischer Arbeitnehmer komplett in die Hände der Arbeitgeber legt, ohne deren Zustimmung die Mitarbeiter das Land nicht verlassen dürfen.

Der Fußballer focht einen Vertragsstreit mit seinem Ex-Club Al-Jaish aus, verlor seinen Job und bekam kein Gehalt mehr. Allerdings auch kein Visum für die Ausreise. Der Club wehrte sich gegen die Vorwürfe, Belounis saß im Emirat ebenso fest wie Landsmann Stéphane Morello. Seit 2010 wartet Fußballtrainer mit seiner Familie auf die Ausreiseerlaubnis.

Vor der Aushändigung des Ausreisevisums habe Belounis noch ein Schreiben unterzeichnen müssen, in dem er sich dafür dankbar zeigte, dass seine Miete nicht eingetrieben worden war, erklärte Bruder Mahdi Belounis der „Süddeutschen Zeitung“ und ergänzte, dass Zahir seine Gehaltsforderungen von Frankreich aus weiter betreiben wolle. Morellos Außenstände hingegen sollen mit einem Mietzins von rund 250.000 € verrechnet werden, was dieser ablehnte.

„Außerdem ist mein Bruder sehr enttäuscht darüber, dass sein persönlicher Bittbrief an Zinedine Zidane und Pep Guardiola keine Resonanz erfahren hat“, verrät Mahdi. „Zahir hat nie etwas darüber gehört und ist darüber sehr verbittert. Wir hatten Hilfe von allen Seiten, nur nicht aus dem Fußball. Die FIFA hat keinen Druck gemacht. Die Spielergewerkschaft Fifpro allerdings hat sich in Katar und beim katarischen Verband QFA sehr stark für uns eingesetzt. Außerdem hatten wir tolle Unterstützung von Arsenal-Trainer Arsene Wenger.

UEFA-Präsident und Belounis-Landsmann Michel Platini blieb ebenso tatenlos wie FIFA-Boss Sepp Blatter, ein Armutszeugnis für die Fußball. Allesamt Fußballfunktionäre, die es sich mit den einflussreichen und gut situierten neuen „Fußballfreunden“ aus dem Wüstenstaat nicht verscherzen wollen. Auch für Pep Guardiola wogen die WM-Botschafter Honorare für die Wüsten-Werbung schwerer, die der Münchner Welttrainer von den Katarern erhalten hat. Feige oder kalt kalkulierenden Fußballhelden wollen die Fans allerdings nicht sehen…!

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