Angst vor Kollegen-Kanone: Bayers Ballermann Çalhanoğlu sagt Länderspiele ab

Er gehört zu den besten Freistoßschützen der Bundesliga, vielleicht sogar in Europa. Jetzt hat Bayer Leverkusens Ballermann Hakan Çalhanoğlu allerdings die beiden EM-Qualifikationsspiele der türkischen Nationalmannschaft am Freitag gegen Tschechien und am Montag in Lettland abgesagt.

Die Bild-Zeitung titelte „Türken-Zoff um Töre-Terror“

Die Bild-Zeitung titelte „Türken-Zoff um Töre-Terror“

Offiziell heißt es auf der Homepage von Bayer Leverkusen, dass Çalhanoğlu in Absprache mit dem türkischen Verband wegen einer Muskelverletzung nicht teilnehmen könne, auch Ömer Toprak werde aufgrund muskulärer Probleme nicht für die Türken auflaufen. Bayer-Manager Jonas Boldt: „Ihre Gesundheit lässt keinen Einsatz zu!“

Doch in Wahrheit hat Ballermann Çalhanoğlu wohl Angst vor der Kanone seines Kollegen Gökhan Töre.

Denn am 15. Oktober 2013 soll der Ex-HSV-Kicker Töre nach dem EM-Quali-Spiel der Türkei gegen Holland ins Mannschaftshotel Le Meridien im Istanbuler Stadtteil Besiktas gestürmt sein und Çalhanoğlu sowie Toprak mit einer Pistole bedroht haben. Daraufhin wollte Nationaltrainer Fatih Terim Töre nicht mehr für die Ay-Yıldızlılar (Halbmond-Sterne) nominieren („Den lade ich nie mehr ein).

Ein Jahr lang wurde der Vorfall verschwiegen, jetzt gab Hakans Vater Hüseyin Çalhanoğlu dem türkischen Boulevardblatt „Hürriyet“ ein Interview und lüftete dabei das stark gehütete Geheimnis.

„Ja es stimmt, dass Töre meinen Sohn mit einer Waffe bedroht hat, er hat ihm angedroht ins Knie zu schießen, Toprak drückte er sogar die Pistole in den Mund“, so Papa Çalhanoğlu.

Die Bild-Zeitung titelte „Türken-Zoff um Töre-Terror“, nachdem auch die türkische Zeitung „Fanatik“ über den Vorfall berichtet hatte.

Hakans Vater ist enttäuscht von Nationalcoach Terim: „Wir erwarten eine Erklärung von ihm, er kennt die Vorfälle und weiß alles darüber. Es ist jetzt ein Jahr lang geschwiegen worden. Wir warten immer noch auf Fatihs Anruf. Ich als Vater mache mir große Sorgen, wenn mein Kind mit einer Waffe bedroht wird, Töre und Hakan in einer Mannschaft kann es deshalb nie mehr geben.“

Hakans Vater weiter: „Es ist wahr, dass Töre unbequem ist. Doch die Entscheidung, ihn von der Nationalmannschaft auszuschließen, kann nur der Trainer treffen. Es gibt auch andere Dinge, die dieser Mann schon gemacht hat, ich will ihn hier aber nicht verunglimpfen. Doch so eine Waffe kommt ja nicht von ungefähr. Stefan Effenberg ist 1994 wegen seiner Stinkefinger-Geste aus dem DFB-Team entfernt worden, mit einer Waffe drohen, ist doch viel schlimmer.“

Bereits zu Beginn des Jahres war der Türke Töre in einen Waffeneklat verwickelt, wurde bei einer Schießerei in einem Istanbuler Nachtklub von einer Kugel getroffen. Sein Club Besiktas erklärte damals, das Töre zufällig getroffen worden sei und mit dem Streit, in dessen Folge der Schuss fiel, nichts zu tun gehabt habe.

Auch jetzt steht der Traditionsklub hinter ihm und veröffentlichte heute auf der Homepage eine Stellungnahme, in der neben dem Verwaltungsrat, auch Vorstand und die Spieler des Clubs erklären, dass Töre dazu beigetragen habe, dass die Türken stolz sein könnten auf ihre Fußballnationalmannschaft, dass auch der Club von seinem Renommee profitiere und sie ihm das nie vergessen würden. „Wir wünschen dir viel Erfolg bei der Fußballnationalmannschaft!“

Töre spielte vor drei Jahren für den Hamburger SV in der Bundesliga, wechselte anschließend zu Rubi Kasan nach Russland. Mittlerweile kickt Töre für Besiktas Istanbul. Töre lernte das Fußball-Einmaleins aber bei Bayer Leverkusen (U17/U19), Çalhanoğlus jetzigem Klub…

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